Vögel

Saatkrähe

Die Saatkrähe brütet im Gegensatz zur Rabenkrähe in Kolonien. Dadurch ist sie vor Feinden besser geschützt.

Im Kreis Unna gibt es Brutkolonien in Holzwickede sowie auf dem Gebiet der Stadt Dortmund. Die Saatkrähe unterscheidet sich von der Rabenkrähe durch ihren weißen Schnabelansatz.

                                                                                                          Foto Buchen
                   Saatkrähe                                    Saatkrähenkolonie

Elster und Rabenkrähe

Elster und Rabenkrähe sind zwei Arten, die von vielen Menschen besonders Jägern nicht gern gesehen werden, sind sie doch angeblich daran Schuld, dass die Bestände vieler Vögel und des Niederwildes zurückgehen. Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Darstellung nicht stimmt. Zwar gehören Eier und Jungvögel durchaus zu ihrer Nahrung, eine negative Auswirkung auf die Bestände ist aber nicht nachzuweisen. Geradezu empört reagieren manche Menschen wenn sie sehen, dass eine Elster einen hilflosen Jungvogel aus dem Nest holt. "Die Elster ist kein ökologisches sondern ein psychologisches Problem", wie es Professor Stichmann einmal ausdrückte.
Eine oft unterstellte Übervermehrung der beiden Arten ist eine unrichtige Darstellung, die übersieht, dass auch diese Arten durchaus sehr wirksamen Regulationsprozessen unterliegen. Dazu gehört z.B. auch, dass beide Arten sich gegenseitig starke Konkurrenz machen. So hat die Rabenkrähe die Elster in den letzten Jahren weitgehend aus der freien Landschaft verdrängt. Die Elster besiedelt heute überwiegend die Siedlungsbereiche.
Elster und Rabenkrähe gehören zu den Rabenvögeln und damit zu den Singvögeln, auch wenn das manchen überrascht. Rabenvögel zählen übrigens zu den besonders intelligenten Tieren. In den letzten Jahren haben Forscher bei ihnen Intelligenzleistungen nachgewiesen, die man bisher keinem Vogel zugetraut hatte. So besitzen Elstern ein Ich-Bewusstsein, was selbst unter Affen eher die Ausnahme ist.
Die Nester der beiden Arten kann man nicht nur am Dach der Elsternnester unterscheiden. Die Bilder zeigen deutlich: Rabenkrähen bauen ihre Nester gewöhnlich auf eine feste breite Unterlage. Elstern bauen sich in oftmals dünnem Geäst selbst eine trichterförmige Unterlage aus stabilen Zweigen.

Kohlmeise und Blaumeise

Kohlmeisen und Blaumeisen gehören sicherlich zu den bekanntesten und prominentesten heimischen Vogelarten. Unter den Meisenarten sind sie eindeutig die häufigsten. Auch unter allen heimischen Vogelarten gehören sie zur Spitzengruppe: Nach dem Brutvogelatlas des Kreises Unna nehmen sie die Plätze 3 und 5 in der Häufigkeitsskala ein. Obwohl sie also keinesfalls selten sind, richten sich besonders viele Hilfsmaßnahmen der Menschen auf diese Arten. Die Winterfütterung ist in ihrer Zusammensetzung (viele Sonnenblumenkerne und sogenannte Meisenknödel)  besonders auf die Meisen zugeschnitten. Auch Vogelnistkästen werden besonders von den beiden Arten genutzt. Dazu hat besonders ihr guter Ruf als Schädlingsvertilger beigetragen. Tatsächlich ernähren sie sich im Sommerhalbjahr überwiegend von Insekten, bevorzugt von verschiedenen Raupen. Bei Gelegegrößen von gewöhnlich 8-12 Eiern bei der Kohlmeise oder bis zu 14 bei der Blaumeise und das bei oftmals 2 Bruten im Jahr vertilgt eine Meisenfamilie tatsächlich beträchtliche Mengen dieser Tiere.
Obwohl Meisen als typische Standvögel gelten, kommt es in manchen Jahren zu auffälligen Zugbewegungen besonders bei der Blaumeise. Besonders aus den nördlichen und östlichen Populationen ziehen dann viele Tiere bei uns durch. Aber auch Tiere aus den  heimischen Populationen können an diesen Zügen beteiligt sein. Ein wichtiger Auslöser für solche Wanderungen ist besonders eine hohe Besiedlungsdichte nach besonders erfolgreichen Brutjahren. So werden die "Überschüsse" über eine größere Fläche verteilt.
Eine weitere fast unbekannte Eigenschaft der Kohlmeise soll hier noch erwähnt werden. In Hungerzeiten, besonders bei hohen Schneelagen, hilft sie sich manchmal, indem sie andere schwächere Vögel, z.B. Rotkehlchen, überfällt und ihnen den Schädel aufhackt, um das Gehirn zu fressen. Da das aber wohl nicht allzu häufig vorkommt, hat das auf die Bestände anderer Arten keine Auswirkung.

Der Haussperling

Der Haussperling
Allseits bekannt ist der Haussperling oder einfach Spatz. Den Namen trägt er zu Recht, hat er sich doch fast überall in seinem riesigen Verbreitungsgebiet in Eurasien sehr eng dem Menschen angeschlossen. Er versteht es sehr geschickt von den Tätigkeiten des Menschen, z.B.der Landwirtschaft, zu profitieren. So hat er sich mit dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn entlang dieser Trasse durch vorher unbesiedeltes Gebiet bis zur Amurmündung ausgebreitet. In anderen Kontinenten wurde er vom Menschen gezielt angesiedelt, so in Nord- und Südamerika, Australien und Neuseeland. Er kann dem Menschen gegenüber sehr zutraulich werden. Wir alle kennen die fast handzahmen Spatzen etwa in Straßencafes. Trotzdem bleibt er immer sehr vorsichtig und misstrauisch. Diese Strategie ist offenbar sehr erfolgreich.
Trotz all dieser Erfolge ist der Spatz inzwischen deutlich seltener geworden, obwohl er früher wegen seines massenhaften Auftretens oft als Schädling verfolgt wurde. Der Grund ist wohl in der veränderten Form der Landwirtschaft zu suchen: Stoppelfelder werden bald umgepflügt, gedroschen wird nicht mehr auf der Tenne, Hühner werden im Stall gehalten und nicht mehr offen auf dem Hof gefüttert. Dadurch wird ihm ein wesentlicher Teil seiner Nahrungsgrundlage entzogen. Wie wichtig für ihn solche Geflüpgelfütterungen sein können, kann man in jedem Zoo beobachten. Hier ist er bis heute zahlreich vertreten.

         Das Männchen                         Das Weibchen               Eine Feder passt gut ins Nest

Der Feldsperling

Der Feldsperling
Der Feldsperling unterscheidet sich vom Haussperling durch den braunen Oberkopf und die dunklen Wangenflecken. Außerdem sind bei ihm die beiden Geschlechter gleich gefärbt. Er besiedelt eher die Ränder der menschlichen Siedlungen, Gärten, Ackergebiete und Waldränder. Ausnahmsweise kann er aber auch in den Stadtzentren vorkommen. In manchen Gegenden Asiens spielt er ganz die Rolle des Haussperlings. Auch er hat inzwischen deutlich abgenommen. Im Gegensatz zum Haussperling brütet er gern in Meisenkästen. Daran sollten wir ihn nicht hindern, ist er doch deutlich seltener als Blaumeisen und Kohlmeisen, für die diese Kästen gedacht sind.

Der Höckerschwan

Der Höckerschwan
Im Gegensatz zum Singschwan ist der Höckerschwan bei uns ein weit verbreiteter Brutvogel. Allerdings gehen die Bestände überwiegend auf ehemalige Parkvögel zurück. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet echter Wildschwäne lässt sich in Deutschland kaum nachzeichnen, da an vielen Stellen in Europa Schwäne in Parkanlagen gehalten wurden. Bis ins 19.Jahrhundert war diese Haltung ein Privileg des Hochadels. Das Gefieder der Jungvögel ist zunächst überwiegend braun. Erst nach etwa 2 Jahren sind sie dann weitgehend weiß gefärbt. Allerdings gibt es eine Farbvariante, bei der die Jungtiere von Anfang an fast weiß gefärbt sind. Diese Tiere erkennt man auch an den fleischfarbenen statt schwarzen Füßen. Frühestens im Alter von 2 Jahren brüten Schwäne zum ersten mal, meistens aber erst mit 3 oder 4 Jahren oder noch später. Dass ein Schwanenpaar ein Leben lang zusammenhält, wie es oft behauptet wird,kommt zwar vor, ist aber keineswegs die Regel. Die Partnertreue ist bei ihnen nicht so stark ausgeprägt wie bei den Gänsen.

Der Singschwan

Im Januar 2011 hielten sich erst 5, später sogar 12 Singschwäne im Bereich der Lippeaue in Lünen-Alsstedde  auf. Sie bei uns anzutreffen ist für Naturfreunde immer ein besonderes Erlebnis, denn sie verlassen ihre Überwinterungsgebiete z.B. an der Elbe nur bei extremem Winterwetter und hohem Schnee, wenn die Nahrung knapp wird. Ihre Hauptbrutgebiete befinden sich in Nordeuropa. Mittlerweile brüten aber schon einige Paare an der Oder.

                      Singschwäne in der Lippeaue in Lünen-Alstedde.

                                                                                   Fotos Joachim Pflaume

                  Singschwäne                                        Höckerschwan
Singschwäne unterscheiden sich von den bei uns heimischen Höckerschwänen durch ihren gelben Schnabel mit schwarzer Spitze. Der Höckerschwan hat einen roten Schnabel mit einem schwarzen Höcker, daher sein Name.

Der Fasan

Das auffällige Männchen    Das unscheinbare Weibchen     Übernachtet wird auf

brütet nicht und muss       beim Brüten ideal gatarnt        Sträuchern und Bäumen

nur den Weibchen gefallen.

 

Der Fasan stammt ursprünglich aus Mittelasien und wurde bereits von den Römern in Europa als Jagdwild angesiedelt. Sie ernähren sich von Sämereien. Ein Hahn hat in der Regel mehrere Hennen um sich versammelt. Die Henne brütet auf dem Boden in einer Nestmulde. Das Gelege umfasst 8 bis 15 Eier. Die Küken sind Nestflüchter. Sie ernähren sich in den ersten Lebenswochen von Insekten. 14 Tage nach dem Schlüpfen können die Jungen fliegen.

 

 

Die Feldlerche

                                     Fotos H. Knüwer

      Gut getarnt auf dem Feld                Singflug des Männchens

 

Die Feldlerche (Alauda arvensis) ist eine Vogelart der landwirtschaftlich genutzten Flächen. Sie ist ein Bodenbrüter. Schon im März kann man den sog. Singflug des Männchens beobachten. Es erhebt sich in die Luft, kann an einer Stelle verweilen, sehr hoch steigen, umrundet sein Brutrevier und lässt dabei ununterbrochen seinen trellernden Gesang ertönen. In den letzten Jahren kann man den Gesang der Feldlerche immer seltener hören. Der Grund des rapiden Rückgangs liegt an der intensiven Landwirtschaft, die einen Bruterfolg oft zunichte macht. Die OAG Kreis Unna (siehe Link) führte in diesem Frühjahr kreisweit eine Bestandserhebung durch, um einen Überblick über das Vorkommen zu erhalten. Im Raum Lünen waren die AK-Mitglieder Angerstein, Feuerbaum, Papius, Pflaume, Prall und Scholz beteiligt. Die Abnahme der Feldlerche auch im Lüner Raum kann als besorgniserregend eingestuft werden. Nur noch 14 Paare wurden auf dem Stadtgebiet von Lünen gefunden. Von Brambauer bis nach Gahmen gibt es keine Feldlerchen mehr. Nur an der Süggel wurde noch ein Paar ermitelt. Im Bereich Dreischfeld in Wethmar, Schulze-Wethmar und Niederaden waren es jeweils 2 Paare. Etwas günstiger sieht es in Alstedde zu beiden Seiten der Alstedder Straße aus. Hier gibt es noch 7 Brutpaare.

Die Amsel

                  Männchen                                                Weibchen

 

Die Amsel zählt bei uns zu den am häufigsten vorkommenden Vogelarten. Besonders in den Siedlungsbereichen ist sie in jedem Garten, in Parks und Grünanlagen zu finden. Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt. Das Männchen ist schwarz und hat einen gelb leuchtenden Schnabel. In der Brutzeit kann man in den Morgen- und Abendstunden seinen melodischen Gesang hören. Regenwürmer gehören zur Lieblingsspeise der Amseln. Wenn sie Junge zu versorgen haben, können sie sogar mehrere gleichzeitig im Schnabel transportieren. Im Winterhalbjahr ernähren sie sich überwiegend von Beeren.

Die Singdrossel

Im Gegensatz zur Amsel oder Schwarzdrossel ist die Singdrossel bei uns Zugvogel, auch wenn manche Exemplare in milden Wintern schon mal versuchen, hier zu überwintern. Inzwischen sind die Singdrosseln aber aus dem Winterquartier zurück und man kann seit kurzem wieder ihren auffälligen Gesang hören. In der Lippeaue wurde bei der Wasservogelzählung am 12.3. erstmalig der Gesang einer Singdrossel gehört. Dieser Gesang ist recht leicht zu erkennen. Er ist recht laut. Die kurzen Strophen bestehen nur aus wenigen Silben und werden gewöhnlich mehrfach wiederholt. Jeder Vogel kennt allerdings eine Vielzahl unterschiedlicher Strophen.
Ähnlich wie die Amsel ist die Singdrossel aus der freien Landschaft in die Städte eingewandert. Dieser Vorgang setzte erst zu Beginn des 20.Jahrhunderts ein, also später als bei der Amsel. Außerdem  besiedelt sie in den Ortschaften nur Flächen mit ausreichendem Anteil an Grünflächen. Anders als die Amsel ist sie deshalb in den Stadtzentren  gewöhnlich nicht zu finden.
Bekannt ist die Sindrossel auch für die Anlage sogenannter Drosselschmieden. Das sind besondere Steine oder ähnliche harte Strukturen, die von vielen zerbrochenen Schneckenhäusern umgeben sind. Gehäuseschnecken sind eine beliebte Nahrung dieser Art und werden gewöhnlich immer an derselben Stelle im Revier auf einem geeigneten Stein zertrümmert.

Die Ringeltaube

Die Ringeltaube ist bei uns die häufigste Wildtaubenart. Sie kommt sowohl im Wald, der freien Landschaft sowie im Siedlungsbereich vor. Abgesehen von ihrer Größe und den beiden weißen Halsflecken, kann man sie besonders gut an ihrem fünfsilbigen "gugugu-gugu" Ruf erkennen. Beim Nestbau gibt sie sich nicht besonders viel Mühe. Ein paar Zweige genügen als Unterlage, so dass man schon einmal die Eier von unten sehen kann.

Die Türkentaube

 

 

Die Türkentaube stammt aus dem asiatischen Raum und ist erst nach 1950 bei uns aus Vorderasien eingewandert. Als sog. Kulturfolger ist sie bei uns im Siedlungsbereich häufig anzutreffen. Man erkennt sie sie an dem hellen beigefarbigen Gefieder, dem schwarzen Nackenring und an ihrer charakterischen Stimme, dem dreisilbigen "gugugu".

Die Hohltaube

Deutlich seltener als die beiden bereits vorgestellten Arten Ringeltaube und Türkentaube brütet bei uns die Hohltaube. In Westfalen lebt sie besonders im Münsterland mit der abwechslungsreichen Kulturlandschaft aus Acker, Grünland und Wäldern. Als einziger Höhlenbrüter unter den heimischen Taubenarten ist sie auf alte Schwarzspechthöhlen, hohle Kopfbäume und ähnliches angewiesen. Auch Nisthöhlen werden gerne angenommen und können die Bestände stützen. Nachdem die Bestände früher stark zurückgegangen waren, haben sie sich in den letzten 20 Jahren deutlich erholt.

Die erste erfolgreiche Brut in einem von 16, Anfang 2010 aufgehängten Nisthöhlen, fand bereits im gleichen Jahr statt.

Der Kiebitz

             Foto J. Heinrich                                              Foto B. Glüer

Der Kiebitz hat in den letzten Jahren drastisch abgenommen. Der Grund liegt einmal in der Vernichtung seiner ursprünglichen Lebensräume, den Feuchtwiesen. So weicht er zum Brüten auf Wiesen und Äcker aus, die aber durch die moderne  Bewirtschaftung (frühe Mahd und Bestellung der Felder zur Brutzeit) den Kiebitz nur selten erfolgreich brüten lassen. Aus diesem Grund ist im Frühling sein charakteristischer, an Akrobatik grenzender Balzflug mit den lauten Kiwit-Rufen immer seltener zu sehen und zu hören.

Am 01.04.2017 fand die Zählung der Kiebitze im Kreis Unna statt. Entsprechende Zahlen liegen nun aus den Jahren 1999, 2003, 2008, 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017 vor. Die Brutpaarzahl im Kreis Unna hat den niedrigsten Stand seit Beginn der Zählung erreicht. Auf dem Stadtgebiet von Lünen ist der absolute Tiefpunkt zu verzeichnen. Es brütete in Lünen nur noch 1 Brutpaar in Brambauer. In nächster Zeit muss mit dem Erlöschen des Bestandes gerechnet werden. Die Koordination der Zählung hatte in Lünen wie auch bereits in den vergangenen Jahren Joachim Pflaume.


Kreis Unna                             Stadt Lünen

1999   380 BP                         1999   33 BP

2003   238 BP                         2003   34 BP

2008   251 BP                         2008   18 BP

2013   173 BP                         2013   24 BP
2014   169 BP                         2014   17 BP

2015   186 BP                         2015   17 BP

2016   165 BP                         2016     7 BP

2017   125 BP                         2017     1 BP

Der Haubentaucher

                                               Der Nestbau hat begonnen.

 

Der Haubentaucher ist etwa so groß wie eine Stockente. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Sie ernähren sich überwiegend von Fischen, die sie tauchend erbeuten. Bei uns brüten die Haubentaucher vor allem auf der Lippe. Wenn die Paare ihr Brutrevier einnehmen, zeigen sie oft ihren auffälligen „Balztanz“, der durch synchrone Bewegungen der Partner gekennzeichnet ist. Ihr  schwimmendes Nest aus Pflanzenteilen bauen sie in der Uferregion, und zwar hauptsächlich auf ins Wasser ragenden Weidenzweigen. Es wird abwechselnd gebrütet. Nach ca. 4 Wochen schlüpfen die Jungen, die sofort schwimmen und tauchen können. Sie lassen sich gern im Gefieder der Altvögel  tragen. Man sieht dann oft nur die Köpfe herausragen. Die Jungvögel kann man an den weißen Streifen am Kopf und Rücken erkennen. Im Winter verlassen nicht alle Haubentaucher die Lippe.

Die Kanadagans

Die Kanadagans stammt aus Nordamerika und ist seit ca. 40 Jahren bei uns heimisch. Man hielt sie zuerst in Zoos und auf Parkteichen. Von hier aus breiteten sich "Flüchtlinge" weiter aus. Kanadagänse brüten mittlerweile nicht nur in der Lippeaue, sondern an allen größeren Gewässern. Im Winterhalbjahr können Ansammlungen von mehreren hundert Individuen beobachtet werden. Auf den Wiesen und Weiden in der Lippeaue finden sie dann genügend Nahrung.

Bekannt wurde diese Gänseart durch den Film "Amy und die Wildgänse".

Die Graugans

Seit ca. 30 Jahren ist die Graugans bei uns als Brutvogel heimisch. Sie wurde vorher an verschiedenen Stellen in Mitteleuropa wieder eingebürgert und breitete sich seitdem fast flächendeckend aus. Die Graugans erkennt man vor allem an ihrem orange/rosa gefärbten Schnabel. Im Winterhalbjahr können, vor allem in der Lippeaue, Ansammlungen von mehreren hundert Individuen beobachtet werden. Graugänse vergesellschaften sich oft mit Kanadagänsen.

Die Nilgans

Foto J. Heinrich

Die Nilgans ist ursprünglich in Afrika beheimatet. Sie wurde zuerst nach England gebracht und verbreitete sich von dort ab den 70er Jahren über die Niederlande bis zu uns. Alle Bestände gehen auf Gefangenschaftsflüchtlinge zurück. Ab 1985 wurde auch Nordrhein-Westfalen besiedelt. Mittlerweile ist die Nilgans bei uns flächendeckend an vielen Gewässern vor allem in der Lippeaue vertreten. Bei der Auswahl ihres Neststandortes ist sie sehr flexibel. Das Nest kann in einer Baumhöhle, einem alten Geifvogelnest aber auch unter Gebüsch oder direkt auf dem Boden angelegt werden.

Blässgans und Saatgans

Blässgänse brüten in den arktischen Regionen Eurasiens und Amerikas, Saatgänse nur in Eurasien. Beide Arten überwintern regelmäßig auch in Mitteleuropa. Wichtige Überwinterungsgebiete liegen z.B. in den Niederlanden und am Niederrhein. Im Lippetal waren diese Arten früher seltene Ausnahmeerscheinungen. Kleinere Gruppen legten hier höchstens einmal eine kurze Rast ein. Seitdem sich aber bei uns Graugänse und Kanadagänse angesiedelt haben und in größerer Zahl hier den Winter verbringen, landen immer öfter auch die arktischen Arten bei uns. Offensichtlich lassen sie sich von den Schwärmen dieser Arten anlocken. In den letzten beiden Wintern haben  erstmalig Gruppen beider Arten hier den gesamten Winter verbracht. Auch wenn die Zahlen von höchstens bis zu 200 Tieren nicht vergleichbar sind mit den zig-Tausenden am Niederrhein, so zeichnet sich hier doch vielleicht die Entstehung einer neuen Überwinterungstradition ab. Bei den Saatgänsen handelt es sich um die Tundra-Saatgans. Die etwas südlicher brütende Taiga-Saatgans ist inzwischen eine große Rarität und erscheint regelmäßig nur noch in kleiner Zahl in Ostdeutschland.

                                                      Blässgänse                 Fotos H. Knüwer

 

Man erkennt sie an der weißen "Blässe" am Schnabelgrund sowie an den schwarzen Bauchstreifen.

                                                       Saatgänse                                  Fotos H. Knüwer

 

Die Saatgans ist dunkler als die Graugans und hat einen dunklen Schnabel mit einer orangenen Binde. Die Graugans hat dagegen einen orange gefärbten Schnabel.

Die Lachmöwe

Möwen vermutet man eigentlich an der Küste. Die Lachmöwe hat aber schon lange das Binnenland besiedelt. An der Lippe kann man sie das ganze Jahr über antreffen. Im Winterhalbjahr trägt sie ihr Schlichtkleid, wie es auf den Fotos zu sehen ist. Im Frühjahr färbt sich ihr Kopf schwarz.

Ihr Name bedeutet nicht, dass sie uns auslacht, sondern kommt von der plattdeutschen Bezeichnung

"Lake" oder auch "Lache" für Tümpel, Teich.

Die Stockente

Die Stockente ist die bei uns häufigste Entenart. Man trifft sie praktisch an allen kleineren und größeren Gewässern. Die Stockente gehört zu den Gründelenten. Sie sucht ihre Nahrung unter Wasser nach dem Spruch "Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh". Männchen (Erpel) und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt.

Die Reiherente

Die Reiherente ist zwar nicht zahlreich vertreten, man kann sie aber auf der Lippe beobachten. Auffällig ist der schwarz/weiß gezeichnete Erpel mit der abstehenden Feder am Hinterkopf, daher auch der Name Reiherente. Das Weibchen ist unscheinbarer gefärbt. Beide haben aber den bläulichen Schnabel als gemeinsames Kennzeichen. Die Reiherente ist im Gegensatz zur Stockente eine Tauchente. Ihre Nahrung sucht sie tauchend. Die Reiherente brütet bei uns jedes Jahr an der Lippe.

Der Graureiher

Den Graureiher kann man in der Lippeaue regelmäßig beobachten. Er jagt hier nicht nur nach Fischen. Auf den angrenzenden Wiesen und Weiden ist er auch ein erfolgreicher Mäusejäger. Im Flug ist er an seinem eingezogenen Hals zu erkennen.Die nächsten Brutkolonien sind an der Ruhr, im Kurler Busch sowie im Dortmunder Zoo.

Der Kormoran

Den Kormoran kann man an der Lippe regelmäßig beobachten. Er ist ein geschickter Fischjäger, was ihn bei den Anglern nicht gerade beliebt macht. Da er sein Gefieder nicht einfetten kann, muss er nach jedem "Tauchgang" seine Flügel zum Trocknen ausbreiten. Die nächsten Brutplätze sind am Halterner Stausee und am Geiseckesee im Südkreis.

Das Blässhuhn

Man erkennt es an der weißen Blässe auf der Stirn. An der Lippe, den Altarmen in der Lippeaue sowie anderen größeren Gewässern ist die Blässralle ein regelmäßiger Brutvogel und das ganze Jahr über zu beobachten. Im zeitigen Frühjahr baut sie z.B. an der Lippe in Ufernähe, teilweise auf herabhängenden Zweigen und meistens gut sichtbar, ihr Nest. Die Jungen verlassen es kurz nach dem Schlüpfen. Man kann dann den Familienverband auf der Nahrungssuche in Ufernähe gut beobachten.

Das Teichhuhn

Man erkennt es an dem roten Schnabelgrund und den weißen Teilen ihres Federkleides. Die Teichralle ist praktisch an allen Gewässern ganzjährig anzutreffen, sei es an der Lippe, deren Altarmen, größeren und kleineren Teichen und in Parkanlagen. Der Nestbau erfolgt in Ufernähe, aber versteckter als bei der Blässralle. Auch bei der Teichralle kann man den Familienverband bei der Nahrungssuche gut beobachten.