Stellungnahme Steag Waldfläche

Lünen, den 31.08.2021

Stellungnahme des Arbeitskreises Umwelt und Heimat  zur öffentlichen Diskussion um ein bedrohtes Waldgebiet auf dem Steag-Gelände (Nordfläche)


Der Rat der Stadt Lünen hat am 11.07.2019 einstimmig ohne Enthaltungen seinen Grundsatzbeschluss zum Klimaschutz gefasst. In der Ziffer 1) des gemeinsamen Antrags heißt es u.a. „Bei allen Entscheidungen im Rat, seinen Ausschüssen, seinen Gremien und der Verwaltung werden die Auswirkungen auf das Klima im Rahmen der Abwägung bevorzugt und Lösungen vorgeschlagen, die sich positiv auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirken“.

Mit solchen Aussagen könnten wir als Naturschützer gut leben.

Leider sieht die Realität ganz anders aus. Wir erinnern z.B. an die Abholzungen im Kleinbecker Park und dann im August 2021 an die Zustimmung der SPD+CDU+FDP-Mehrheit für das mögliche Gewerbegebiet „Klöters Feld“.

Der Umweltfrevel geht unverdrossen weiter, denn die SPD und CDU planen die Rodung einer 18.000 Quadratmeter großen Waldfläche auf dem ehemaligen Steag-Gelände (Nordfläche).

Ganz anders wird die Waldfläche im „Entwicklungskonzept Wirtschaftsstandort Lippholthausen 2030“ gesehen. Dort geht man davon aus, dass Hitzebelastungen in Lünen zukünftig vermehrt eine Rolle spielen werden. Betroffen sind besonders die stark versiegelten Bereiche der Industrie- und Gewerbeflächen. Im Hinblick auf solche klimawandelbedingten Veränderungen besitzen vorhandene Grünstrukturen und Frischluftschneisen aufgrund ihrer positiven Effekte eine besondere Bedeutung. Um eine klimagerechte Entwicklung von Industrie- und Gewerbegebieten weiter voranzutreiben, wird im Bericht vorgeschlagen, den Standort des stillgelegten STEAG-Kraftwerkes als Versuchsfeld für eine klimagerechte Nachnutzung zu sehen und diesen unter Berücksichtigung von Klimaschutz und Nachhaltigkeitsaspekten zu entwickeln.

Warum die Mehrheit der SPD und CDU diesem Vorschlag nicht folgen kann, ist für uns unfassbar und steht für eine nicht transparente Entscheidungsfindung. Offensichtlich wird in der GroKo noch immer nach dem Motto gearbeitet: Wir hauen erst einmal möglichst viele gewachsene Bäume um und grübeln später, wo wir neue Bäume pflanzen können.

Mit einer solchen Haltung führt die SPD+CDU-GroKo den von ihr mitgetragenen Antrag ad absurdum. 



Thomas Matthée und Willi Dickhöfer für den Arbeitskreis Umwelt und Heimat

am 02.09.21 in den RuhrNachrichten

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